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FAQs zu „Lesestart – Drei Meilensteine für das Lesen“


Was ist „Lesestart – Drei Meilensteine für das Lesen“?

„Lesestart – Drei Meilensteine für das Lesen“ ist das neue Programm des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und der Stiftung Lesen für mehr Bildungschancen von An-fang an. Kinder, die mit Büchern und Geschichten aufwachsen, lernen besser lesen und haben mehr Spaß daran. Das ist die Grundlage für gute Bildung und gesellschaftliche Teilhabe. Zuletzt hat die PISA-Studie bestätigt, dass viele Jugendliche in Deutschland nicht gut genug lesen und schreiben können. Wer das ändern will, muss früh ansetzen und vor allem die Eltern motivieren, die bislang nur schwer Zugang zum Lesen finden. Genau das gelingt mit „Lesestart – Drei Meilensteine für das Lesen“. Drei Mal erhalten Eltern wertvolle Informationen zur Sprach- und Leseerziehung und ihre Kinder ein Buchgeschenk. Das erste Lesestart-Set, von insgesamt mehr als 4,5 Millionen Sets, bekommen Familien, wenn die Kinder ein Jahr, das zweite, wenn sie drei und das dritte, wenn sie sechs Jahre alt sind. Begleitet werden die Buchgeschenke von Aktionen und Veranstaltungen vor Ort. Das bundesweite Programm wird seit Anfang 2011 umgesetzt, ab Mitte November 2011 werden die ersten 400.000 Sets für Eltern mit einjährigen Kindern verteilt.


Was sind die Ziele?

„Lesestart – Drei Meilensteine für das Lesen“ gewinnt Eltern fürs Vorlesen, Erzählen und den selbstverständlichen Umgang mit Büchern. Kinder werden so früh wie möglich und ohne Zwang damit vertraut gemacht und in ihrer Sprachfähigkeit gestärkt. Damit werden die Grundlagen für das spätere Lesen lernen gelegt, einer Schlüsselkompetenz der modernen Wissensgesellschaft. Darum sind die wichtigsten Informationen für Eltern auch ins Türkische, Russische und Polnische übersetzt. Lesestart vernetzt darüber hinaus die Multiplikatoren der Leseförderung und sensibilisiert die Öffentlichkeit für die frühe Leseförderung.


Wer profitiert davon?

Von der Maßnahme profitieren Kinder aus drei Jahrgängen und ihre Eltern. Sie erhalten im Laufe von sechs Jahren drei Lesestart-Sets mit altersgerechten Büchern und Informationen zur Sprach- und Leseerziehung. Die Hälfte aller Kinder der drei Jahrgänge erhält Lesestart 1 für die Einjährigen und Lesestart 2 für die Dreijährigen, insgesamt etwa eine Million Kinder. Mit Unterstützung der Kommunen werden die Regionen und Stadteile ermittelt, in denen überproportional viele bildungsferne Familien wohnen. Das Lesestart-Set 3 erreicht dann alle Schulanfänger aus den drei Jahrgängen, insgesamt etwa zwei Millionen Kinder.


Warum engagiert sich das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)?

Ziel des Bundesministeriums für Bildung und Forschung ist es, die Bildungschancen für Kinder und Jugendliche zu verbessern und dafür eine breite gesellschaftliche Bewegung anzustoßen. Lesestart ist dabei ein wichtiger Baustein. Eltern, Kinderärzte, Bibliotheken, Verlage, Kommunen und lokale Initiativen übernehmen gemeinsam Verantwortung. Deshalb investiert das BMBF innerhalb von acht Jahren 24,5 Millionen Euro in das Programm.


Warum engagiert sich die Stiftung Lesen?

„So früh wie möglich ansetzen, so breit wie möglich wirksam sein“ lautet die Maxime der Stiftung Lesen. „Lesestart – drei Meilensteine für das Lesen“ setzt sie exemplarisch um. Mit einem großen Netzwerk fördert Lesestart das Lesen von Anfang an. Die Vision einer mehr-stufigen und nachhaltigen Leseförderung wird mit Lesestart Wirklichkeit. Als Gründungsmitglied der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung ins Leben gerufenen "Allianz für Bildung" engagiert sich die Stiftung Lesen dafür, auch bildungsbenachteiligte Kinder zu unterstützen.


Wer sind die wichtigsten Partner?

„Lesestart – Drei Meilensteine für das Lesen“ wirkt nachhaltig und flächendeckend. Dafür stehen die starken Partner des Programms, die Kinder- und Jugendärzte, die Bibliotheken, soziale Institutionen sowie kommunale Einrichtungen und viele mehr. Die Kinderärzte und Kinderärztinnen übergeben das erste Lesestart-Set Eltern einjähriger Kinder. In einem persönlichen Gespräch im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung U6 bringen sie ihnen nahe, wie wichtig Vorlesen und Erzählen sind. Entscheidend ist dabei die große Autorität und Glaubwürdigkeit der Kinderärzte und Kinderärztinnen. In den Bibliotheken wird das zweite Lesestart-Sets an die dreijährigen Kinder und ihre Eltern übergeben. Damit werden gerade auch leseferne Eltern ermuntert, diese Orte des Lesens und der neuen Medien aufzusuchen. Zum Schulbeginn erhalten dann die sechsjährigen Kinder das dritte Lesestart-Set. Die Grundschulen sind prägende Orte der geistigen Entwicklung. Hier lernen die meisten lesen. Dank „Lesestart“ bringen sie dafür gute Voraussetzungen mit und haben Spaß daran.


Wie sieht der Zeitplan aus?

Das Programm wird zwischen 2011 und 2018 durchgeführt. Von November 2011 an bis November 2013 übergeben die Kinderärzte und Kinderärztinnen das erste Lesestart-Set an die Eltern einjähriger Kinder aus drei Jahrgängen. Von November 2013 an bis 2015 bekommen die dreijährigen Kinder und ihre Eltern ein zweites Set in der Bibliothek. Zum Schulstart 2016, 2017 und 2018 wird allen Erstklässlern in Deutschland in ihrer Grundschule das dritte Lesestart-Set geschenkt.

 
Was enthalten die Lesestart-Sets?

Das Lesestart-Set 1 für Eltern von einjährigen Kindern enthält ein Bilderbuch, ein Lesestart Mini-Buch, einen Ratgeber für Eltern, ein Tagebuch für die spielerische Dokumentation von Sprech-Fortschritten, ein Poster, einen Flyer mit Informationen zu allgemeinen Bibliotheks-angeboten, eine Lesetipp-Broschüre und eine DVD mit Informationen über Lesestart. Das Lesestart-Set 2 für Dreijährige und ihre Eltern soll u. a. ein Kinderbuch, einen Ratgeber für Eltern, ein Malheft, eine Lesetipp-Broschüre, einen Flyer mit Informationen zu allgemeinen Bibliotheksangeboten sowie einen Elternbrief enthalten. Das Lesestart-Set 3 für Sechsjährige und ihre Eltern enthält ein Erstlesebuch, einen Ratgeber für Eltern, einen Stundenplan, eine Schultüten-Postkarte mit der Einladung, Bibliotheken zu besuchen, eine Lesetipp-Broschüre und einen Elternbrief. Die Kernaussagen der Ratgeber finden sich jeweils auch in Türkisch, Russisch und Polnisch.


Gibt es Vorbilder für das Projekt?

„Lesestart – Drei Meilensteine für das Lesen“ hat eine bemerkenswerte Vorgeschichte. Seit den 90er-Jahren existiert in Großbritannien das Programm „Bookstart“. 2006 startet der Freistaat Sachsen gemeinsam mit der Stiftung Lesen das erste landesweite Projekt in Deutschland. Seit 2007 erhält jedes einjährige Kind in Hamburg eine „Buchstart“-Tasche und 2008 initiierte die Stiftung Lesen eine bundesweite Initiative, bei der einjährige Kinder ein Lesestart-Set erhielten. Der Erfolg des sächsischen Modellprojektes und der britischen Bookstart-Kampagne ist wissenschaftlich belegt: So nutzen „Bookstart-Familien“ häufiger die Bibliotheken. In Sachsen liest ein Drittel der beteiligten Eltern mehr vor.


Sind einjährige Kinder nicht zu jung für Bücher?

Nein! In der Regel beginnen die Einjährigen mit dem Sprechen. Ihr Wortschatz vergrößert sich rasch. Am Ende ihres dritten Lebensjahres beherrschen sie weitgehend die Grammatik der Muttersprache. Bilderbücher und Vorlesen unterstützen von Anfang an den Spracherwerb, die Vorstellungskraft und die Entwicklung von Fantasie und Kreativität. Dabei treten Eltern und Kinder in einen regen Austausch, der im Alltag häufig zu kurz kommt. Natürlich können Einjährige noch nicht lange ruhig und konzentriert zuhören. Aber das Bilderbuch wird für sie ein selbstverständlicher Gegenstand – wenn die Eltern Geduld haben und auf die Reaktionen des Kindes eingehen.


Wie wichtig ist Vorlesen für Dreijährige?

Ab dem Alter von drei Jahren erkennen Kinder, dass sich viele Abläufe wiederholen und dass ihre Handlungen Folgen haben. Sie können aber vieles, was ihnen täglich begegnet, noch nicht richtig verstehen. Deshalb brauchen sie jemanden, der ihnen die Welt erklärt. Bücher können entscheidend dazu beitragen. Ab jetzt interessieren sich die Kinder für längere Geschichten. Anregungen greifen sie eigenständig und fantasievoll auf. Sie lieben Sachbücher, die ihre Neugierde befriedigen und sie wollen darüber reden.


Sind Grundschüler fürs Vorlesen zu alt?

Nein! Diesem weit verbreiteten Vorurteil tritt Lesestart entgegen. Viele Eltern hören mit dem Vorlesen nach der Einschulung ihrer Kinder auf, weil sie denken, dass ihre „Großen“ jetzt lieber selbst lesen. Dabei berücksichtigen sie zu wenig, dass Lesen und Vorlesen weiterhin Spaß machen und unterhalten soll. Es darf nicht nur mit Schule und Lernen zu tun haben! Außerdem können Erstklässler komplexe Geschichten noch nicht selber lesen, wohl aber verstehen.


Wird das Programm wissenschaftlich begleitet?

Ja. Eine unabhängige wissenschaftliche Begleitung wird während der gesamten Dauer des Programms überprüfen, ob „Lesestart-Kinder“ tatsächlich besser Lesen lernen, inwiefern die Eltern mehr vorlesen und inwiefern sie ihre Kinder beim Lesen lernen unterstützen.
Die Berliner InterVal GmbH führt im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung die wissenschaftliche Begleitung durch. Sie koopertiert dabei mit dem Institut für Deutsche Sprache und Literatur II der Universität Köln und der AG Kinder- und Jugendpsychiatrische Epidemiologie und Evaluation am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf.

Hier finden Sie Lesestart

Unsere Teilnehmer

Erfahren Sie, wo Sie die Lesestart-Sets bekommen können und wer sich am Programm „Lesestart –Drei Meilensteine für das Lesen“ beteiligt.

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