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Zum Set 2 für Dreijährige
Hier gibt es die Lesestart-App für Ihr Smartphone und Tablet

Häufige Fragen zu „Lesestart – Drei Meilensteine für das Lesen“


Was ist „Lesestart – Drei Meilensteine für das Lesen“?

„Lesestart – Drei Meilensteine für das Lesen“ ist ein bundesweites frühkindliches Leseförderprogramm. Lesestart soll vor allem denjenigen Kindern zugutekommen, die in einem bildungsbenachteiligten Umfeld aufwachsen oder denen wenig vorgelesen wird.
Das Programm wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert und seit November 2011 von der Stiftung Lesen durchgeführt.

Kinder, die mit Büchern und Geschichten aufwachsen, lernen besser lesen und haben mehr Spaß daran. Das ist die Grundlage für gute Bildung und gesellschaftliche Teilhabe. In Deutschland ist die Lesefähigkeit vieler Kinder nur durchschnittlich. Laut PIAAC-Studie 2013 verfügt in Deutschland rund ein Sechstel (17,5 Prozent) der Erwachsenen zwischen 16 und 65 Jahren lediglich über Lesekenntnisse auf Grundschulniveau. Diese Zahl ist damit höher als im internationalen Durchschnitt (15,5 Prozent). Wer das ändern will, muss früh ansetzen und vor allem die Eltern motivieren, die bislang selbst nur schwer Zugang zum Lesen und Vorlesen finden. Hier setzt „Lesestart – Drei Meilensteine für das Lesen“ an:

Wie sieht der Zeitplan aus?


• Zwischen November 2011 und Ende 2013 erhalten Kinder-und Jugendärztinnen und -ärzte Lesestart-Sets, die sie im Rahmen der U6-Vorsorgeuntersuchung bis Oktober 2014 an Familien weitergeben.

• Zwischen November 2013 und Ende 2015 erhalten Bibliotheken Folge-Sets, die sie Familien und Kindern überreichen. Dazu arbeiten sie eng mit den kommunalen und sozialen Einrichtungen, z. B. Kindertagesstätten, zusammen.

• Auf das dritte Lesestart-Set können sich ab 2016 sogar alle Schulanfängerinnen und Schulanfänger freuen!

 
Was sind die Ziele?


„Lesestart – Drei Meilensteine für das Lesen“ gewinnt Eltern fürs Vorlesen, Erzählen und den selbstverständlichen Umgang mit Büchern. Kinder werden so frühzeitig und ohne Zwang damit vertraut gemacht und in ihrer Sprachfähigkeit gestärkt. Auf diese Weise werden die Grundlagen für die spätere Lesekompetenz gelegt, die eine Schlüsselkompetenz der modernen Wissensgesellschaft und Voraussetzung für den Erwerb von Bildung sind. Ein wesentlicher Teil der den Lesestart-Sets beiliegenden Informationen für Eltern ist ins Türkische, Russische und Polnische übersetzt und online in insgesamt 16 Fremdsprachen abrufbar. Lesestart vernetzt darüber hinaus die Multiplikatoren der Leseförderung und sensibilisiert die Öffentlichkeit für die frühe Leseförderung.


Wer profitiert davon?


Von der Maßnahme profitieren Kinder aus drei Jahrgängen und ihre Eltern. Sie erhalten im Laufe von acht Jahren drei Lesestart-Sets mit altersgerechten Büchern und Informationen zur Sprach- und Leseerziehung. Mindestens die Hälfte aller Kinder der drei Jahrgänge erhält das Lesestart-Set I für die Einjährigen und das Lesestart-Set II für die Dreijährigen, insgesamt bekommen so rund 1,2 Millionen Kinder kostenlose Lesestart-Sets. Das Lesestart-Set III erreicht alle Schulanfänger aus den drei Jahrgängen. Der Fokus der Lesestart-Initiative liegt auf Kindern, die in einem bildungsbenachteiligten Umfeld aufwachsen oder denen wenig vorgelesen wird. Dazu wird eng mit den kommunalen und sozialen Einrichtungen vor Ort zusammengearbeitet.


Warum engagiert sich das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)?

Ziel des Bundesministeriums für Bildung und Forschung ist es, die Bildungschancen für Kinder und Jugendliche zu verbessern und dafür eine breite gesellschaftliche Bewegung anzustoßen. Lesestart ist dabei ein wichtiger Baustein. Eltern, Kinderärzte, Bibliotheken, Verlage, Kommunen und soziale Einrichtungen übernehmen gemeinsam Verantwortung.


Warum engagiert sich die Stiftung Lesen?

Die Stiftung Lesen versteht sich als Anwalt für Lese- und Medienkompetenz in Deutschland mit dem Auftrag, sich für die Verbesserung der programmlichen und finanziellen Rahmenbedingungen für Leseförderung und Medienkompetenz einzusetzen. Sie fungiert als bundesweiter Ansprechpartner und Akteur für Leseförderung und gestaltet die „Leselandschaft Deutschland“ mit wissenschaftlichen Studien, politischen Empfehlungen und Programmen nachhaltig mit.
Als Gründungsmitglied der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung ins Leben gerufenen „Allianz für Bildung“ engagiert sich die Stiftung Lesen dafür, auch Kinder, die in einem bildungsbenachteiligten Umfeld aufwachsen, zu unterstützen. Das Leseförderprogramm „Lesestart – Drei Meilensteine für das Lesen“, das genau dort ansetzt, hat durch seine vielschichtigen Möglichkeiten eine sehr große Reichweite und sorgt bundesweit für erhöhte Aufmerksamkeit.


Wer sind die wichtigsten Partner?

„Lesestart – Drei Meilensteine für das Lesen“ wirkt nachhaltig und flächendeckend. Dafür stehen die starken Partner des Programms: die Kinder- und Jugendärzte, die Bibliotheken, die sozialen und kommunalen Institutionen mit ihren Einrichtungen und weitere Partnergruppen. So entsteht ein vielschichtiges Partnernetzwerk, das Lesestart tatkräftig und permanent noch bekannter macht. Die Kinderärztinnen und Kinderärzte, Hausärzte sowie Medizinerinnen und Mediziner in Kliniken und Gesundheitsämtern übergeben das erste Lesestart-Set an Eltern einjähriger Kinder. In einem persönlichen Gespräch im Rahmen der U6-Vorsorgeuntersuchung vermitteln sie die Bedeutung des frühen Vorlesens und Erzählens für eine gesunde Entwicklung von Kindern. Entscheidend ist dabei die große Autorität und Glaubwürdigkeit der Ärzte. In den Bibliotheken wird das zweite Lesestart-Set an die dreijährigen Kinder und ihre Eltern übergeben. Damit werden gerade Familien, in denen wenig oder gar nicht vorgelesen wird, ermuntert, Bibliotheken zu entdecken. Zum Schulbeginn erhalten dann die sechsjährigen Kinder das dritte Lesestart-Set. Die Grundschulen sind prägende Orte der geistigen Entwicklung, wo die meisten Kinder lesen lernen. Dank Lesestart bringen sie dafür gute Voraussetzungen mit und haben Spaß am Umgang mit Sprache und Büchern. 


Was enthalten die Lesestart-Sets?

Das Lesestart-Set I für Eltern von einjährigen Kindern enthält ein Bilderbuch, einen dazu passenden Aktionsflyer mit praktischen Anregungen und Tipps für das Vorlesen des Bilderbuchs, eine Mini-Broschüre, die den Lesestart-Ablauf erklärt, einen Vorlese-Ratgeber für Eltern auf Deutsch, Türkisch, Russisch und Polnisch mit vielen wichtigen Tipps rund ums Vorlesen und Erzählen sowie einen Gutschein für das zweite Lesestart-Set, das es seit Ende 2013 in den Bibliotheken gibt. Darüber hinaus liegt dem Set ein Poster bei sowie eine Buchtipp-Broschüre.

Das Lesestart-Set II für Dreijährige und ihre Eltern enthält ein Kinderbuch, einen dazu passenden Aktions-Flyer mit praktischen Anregungen und Tipps für das Vorlesen des Bilderbuchs, einen Ratgeber für Eltern, eine Buchtipp-Broschüre, ein Wimmelposter und Informationen zu allgemeinen Bibliotheksangeboten.

Für das Lesestart-Set III, das zur Einschulung geplant ist, sind ein Erstlesebuch, ein Ratgeber für Eltern, ein Stundenplan, eine Einladung zum Besuch der örtlichen Bibliothek sowie eine Buchtipp-Broschüre vorgesehen. Die gedruckten Lesestart-Materialien sind neben Deutsch jeweils ins Türkische, Russische und Polnische übersetzt.


Gibt es Vorbilder für das Projekt?

„Lesestart – Drei Meilensteine für das Lesen“ hat eine bemerkenswerte Vorgeschichte. Seit den 1990er-Jahren existiert in Großbritannien das Programm Bookstart. 2006 startete der Freistaat Sachsen gemeinsam mit der Stiftung Lesen das erste landesweite Projekt in Deutschland. Seit 2007 erhält jedes einjährige Kind in Hamburg eine „Buchstart“-Tasche und 2008 initiierte die Stiftung Lesen eine bundesweite Initiative, bei der einjährige Kinder ein Lesestart-Set erhielten. Der Erfolg des sächsischen Modellprojektes und der britischen Bookstart-Kampagne ist wissenschaftlich belegt: So nutzen „Bookstart-Familien“ häufiger die Bibliotheken. In Sachsen liest ein Drittel der beteiligten Eltern mehr vor.


Sind einjährige Kinder nicht zu jung für Bücher?

Nein! In der Regel beginnen die Einjährigen mit dem Sprechen. Ihr Wortschatz vergrößert sich rasch. Am Ende ihres dritten Lebensjahres beherrschen sie weitgehend die Grammatik der Muttersprache. Bilderbücher und Vorlesen unterstützen von Anfang an den Spracherwerb, die Vorstellungskraft und die Entwicklung von Fantasie und Kreativität. Das frühe Vorlesen und Bilderbuch-Betrachten unterstützt dabei den Austausch zwischen den Eltern und den Kindern und regt zum gemeinsamen Sprechen an. Natürlich können Einjährige noch nicht lange ruhig und konzentriert zuhören. Aber das Bilderbuch wird für sie ein selbstverständlicher Gegenstand, den sie bereits in jungen Jahren mit positiven Eindrücken assoziieren.


Wie wichtig ist Vorlesen für Dreijährige?

Ab dem Alter von drei Jahren erkennen Kinder, dass sich viele Abläufe wiederholen und dass ihre Handlungen Folgen haben. Sie können aber vieles, was ihnen täglich begegnet, noch nicht richtig verstehen. Deshalb brauchen sie jemanden, der ihnen die Welt erklärt. Bücher können entscheidend dazu beitragen. Ab jetzt interessieren sich die Kinder für längere Geschichten. Anregungen greifen sie eigenständig und fantasievoll auf. Sie lieben Sachbücher, die ihre Neugierde befriedigen und sie wollen darüber reden.


Sind Grundschüler fürs Vorlesen zu alt?

Nein! Diesem weit verbreiteten Vorurteil tritt Lesestart entgegen. Viele Eltern hören mit dem Vorlesen nach der Einschulung ihrer Kinder auf, weil sie denken, dass ihre „Großen“ jetzt lieber selbst lesen. Dabei berücksichtigen sie zu wenig, dass Lesen und Vorlesen weiterhin Spaß machen und die Eltern-Kind-Bindung enorm stärken. Bücher sollten dabei nicht nur mit Schule und Lernen zu tun haben.


Wird das Programm wissenschaftlich begleitet?

Ja. Eine unabhängige wissenschaftliche Begleitung prüft während der gesamten Dauer des Programms, ob „Lesestart-Kinder“ tatsächlich besser lesen lernen, inwiefern die Eltern mehr vorlesen und inwiefern sie ihre Kinder beim Lesenlernen unterstützen. Erste Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleituntersuchung zeigen, dass sich fast alle Eltern, die die Lesestart-Sets beim Kinder- und Jugendarzt erhalten, mit den Materialien beschäftigen, zwei Drittel davon sehr intensiv. 62 Prozent der Eltern greifen Tipps auf und erhöhen z.B. ihr Vorlesepensum im Alltag und ein Viertel der Eltern mit einjährigen Kindern bemerkt positive Veränderungen in ihren Einstellungen zum Thema und in ihrem Vorleseverhalten. Das Programm wird von der InterVal GmbH, Berlin, in Kooperation mit Prof. Dr. Christine Garbe von der Universität zu Köln und Dr. Claus Barkmann vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf wissenschaftlich begleitet. Ziele sind die laufende Optimierung der Programmumsetzung sowie die begleitende Wirkungsanalyse.

Hier finden Sie Lesestart

Unsere Teilnehmer

Erfahren Sie, wo Sie die Lesestart-Sets bekommen können und wer sich am Programm „Lesestart –Drei Meilensteine für das Lesen“ beteiligt.

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