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Leitfaden für Grundschullehrkräfte

Das Lesestart-Programm an Ihrer Schule

Wenn Sie als Lehrkraft einer ersten Klasse Sets zur Weitergabe erhalten haben, kommt die Frage auf, wie Sie die Eltern der Schülerinnen und Schüler über Lesestart informieren und in welchem Rahmen Sie die Sets an die Schülerinnen und Schüler idealerweise übergeben. Im zweiten Teil des Leitfadens geben wir Ihnen konkrete Tipps und Anregungen für die Praxis, wie Sie Lesestart an Ihrer Schule umsetzen können.

  • Der Beginn der Schulzeit ist für die Kinder wie für die Eltern ein wichtiger Schritt in eine neue Lebensphase. Viele Eltern sind in dieser Zeit offen und interessiert für alle Themen rund um den Schulstart. Die Sensibilität für das Thema Bildung ist bei Eltern dabei besonders hoch. Hier möchte Lesestart anknüpfen und die Eltern in der Leseförderung ihrer Kinder aktiv unterstützen.

  • Das Fundament für Bildung und Bildungserfolg wird in der Familie gelegt. Eltern fördern, vermitteln bildungsrelevante Werte und begleiten die Persönlichkeitsentwicklung ihres Kindes. Deshalb ist es so wichtig, die Eltern in der Leseförderung als Partner zu gewinnen. Für Eltern, die – z. B. aufgrund geringer Deutschkenntnisse – unsicher sind, wie sie den Schuleintritt ihrer Kinder begleiten können, sind Info-Veranstaltungen von Seiten der Schule und aktive Unterstützung durch Materialien entscheidend. Gerade diese Eltern brauchen Tipps und Hinweise für das häusliche Lernen. Hier setzt Lesestart an: Die Materialien dienen Eltern und Kindern als Leseförder-Impuls für zu Hause.

  • Erfahrungsgemäß erhalten Eltern von Erstklässlerinnen und Erstklässlern in den ersten Tagen und Wochen nach Schulbeginn eine Fülle an Informationen zum Schulalltag. Aus diesem Grund ist es vielleicht sinnvoll, die Informationen zu Lesestart entweder „vorbereitend“ (z. B. bei Infoabenden für die künftigen Eltern von Erstklässlerinnen und Erstklässlern vor den Sommerferien) zu platzieren oder die Eltern mit einem gewissen zeitlichen Abstand nach Schulbeginn über Lesestart zu informieren (z. B. beim ersten Elternabend einige Wochen nach den Sommerferien). So kann vermieden werden, dass die Kinder und deren Eltern mit zu vielen Informationen gleichzeitig überfordert werden. Letztlich ist das aber Ihre persönliche Entscheidung. Vielleicht möchten Sie dazu das Infoblatt „Ein Elternabend zum Thema Lesestart“ nutzen, das Ihnen unter www.lesestart.de/grundschulen/begleitmaterial/ als Download zur Verfügung steht.  
    Im Zusammenhang mit einem Infoabend für Eltern bietet es sich eventuell an, mit Vertretern des Schulelternbeirats oder des Fördervereins an Ihrer Grundschule in Kontakt zu treten, um gemeinsam über das Lesestart-Programm zu informieren.
    Bisherige Evaluationsergebnisse zu den Set-Übergaben zeigen, dass Eltern, die ausführliche Informationen zu den Inhalten des Lesestart-Sets erhalten haben, die Materialien intensiver nutzen und besser in Erinnerung behalten. Das ist ein deutliches Indiz dafür, dass Erklärungen und Erläuterungen zu den Materialien ein sehr wichtiger Bestandteil im Rahmen der Set-Übergabe sind.

  • Im Rahmen eines Infoabends können Sie neben schulspezifischen Informationen zur Leseförderung auch das Programm „Lesestart“ vorstellen.


    1. Einstieg


    Um eine lockere und ungezwungene Atmosphäre beim Infoabend zu schaffen, bietet sich zu Beginn ein offener Austausch mit den Eltern über persönliche Lese- und Erzählerfahrungen an.

    • An welche Bücher oder Geschichten erinnern sich die Eltern besonders gern?
    • Wurde ihnen vorgelesen und von wem?

    2. Basisinformationen zum Vorlesen


    Stellen Sie wichtige Informationen rund um die Bedeutung des (Vor-)Lesens auf der Tafel, einem Plakat oder Flipchart zusammen.

    Gemeinsames Lesen …

    • schafft Nähe,
    • hilft dem Kind, seine Gefühle auszudrücken,
    • stärkt das soziale Verhalten,
    • hilft dem Kind, sich zu konzentrieren,
    • regt die Fantasie an,
    • und macht einfach ganz viel Spaß!


    Zahlreiche Informationen, Zahlen und Fakten zu diesem Thema finden Sie z. B. in den Vorlesestudien der Stiftung Lesen: http://www.stiftunglesen.de/service/publikationen-und-materialien/material_institut.

     
    3. Bedeutung der Rolle der Eltern


    Eltern sind wichtige Vorbilder, Unterstützer und Partner der Leseförderung und können ihre Kinder beim Leselernprozess unterstützen. Durch gemeinsames (Vor-)Lesen, aktives Zuhören und Erzählen können Eltern den Wortschatz und das Textverständnis ihrer Kinder maßgeblich beeinflussen.

    • Wenn Eltern sich für die Bücher, Geschichten und Erzählungen ihrer Kinder interessieren, fühlen Kinder sich bestätigt, dass Lesen, Vorlesen und Erzählen einen großen Wert besitzen.
    • Wenn Eltern die Leseförder-Aktionen und -Angebote der Schule kennen und regelmäßig unterstützen, ist dies eine gute Ausgangsbasis für den Bildungserfolg ihrer Kinder.
    • Durch alltägliche Aktivitäten zu Hause, die den Spaß am (Vor-)Lesen, Erzählen und Selberlesen fördern, erhalten die Kinder einen wichtigen zusätzlichen Leseförder-Impuls.

    4. Vorstellung von Erstlese-Textarten


    Bei Erstlese-Büchern gibt es verschiedene Textarten, die unterschiedliche lesemotivierende Ansätze aufgreifen und die Sie den Eltern vorstellen können. Idealerweise haben Sie exemplarisch passende Bücher beim Infoabend dabei und können diese den Eltern zeigen:

    • Bildgestütztes Lesen (einzelne Wörter werden durch Bilder ersetzt)
    • Tandem-Texte (Eltern und Kinder lesen abwechselnd vor)
    • Klassische Vorlesetexte
    • Reime/Gedichte
    • Texte zum Selberlesen

    5. Präsentation des Lesestart-Sets


    Abschließend bietet es sich an, das Lesestart-Set den Eltern vorzustellen.

    • Ziel von Lesestart ist, (Vor-)Lesen, Erzählen und Lesefreude im Familienalltag zu verankern.
    • Präsentation des Lesestart-Sets mit Buch für die Kinder und Vorlese-Ratgeber für die Eltern.
    • Im Lesestart-Buch werden die oben erläuterten Textarten für Erstleser aufgegriffen. Die Illustrationen regen an, sich die Geschichte anzuschauen und darüber zu erzählen.
    • Mit dem Ratgeber erhalten Eltern Anregungen, wie Leseförderung im Familienalltag gelingen kann – mit zahlreichen konkreten Tipps sowie Lese- und Medienempfehlungen. Der Ratgeber ist auch auf Türkisch, Polnisch und Russisch übersetzt. Der Ratgeber steht in 13 weiteren Sprachen übersetzt zum Download unter www.lesestart.de/sprachen/ zur Verfügung. 

    Wichtig:

    Idealerweise geben Sie die Lesestart-Sets nicht im Rahmen des Elternabends aus, sondern direkt an die Kinder, die diese dann nach Hause bringen. Es ist empfehlenswert, den Infoabend für Eltern und die Set-Übergabe an die Kinder zeitlich nah zusammenzulegen. So wissen die Eltern, dass ihr Kind demnächst das Set mit nach Hause bringt und wie sie es im Familienalltag einsetzen können.

    Hinweis:

    Ausführliche Informationen zur Gestaltung eines Infoabends für Eltern stellen wir Ihnen unter www.lesestart.de/grundschulen/begleitmaterial/ als Download zur Verfügung.

Vorschläge zur Übergabe der Lesestart-Sets an die Kinder

  • Ein gemeinsames Frühstück in der Klasse mit Vorleseprogramm bietet gleich zwei Vorteile: Die Schülerinnen und Schüler lernen sich kurz nach dem Schulstart als Klassengemeinschaft besser kennen und erhalten gleichzeitig einen ersten (Vor-)Lese-Impuls. Während des Frühstücks, das von den Kindern mitgebracht und gemeinsam mit der Lehrkraft zubereitet wird, kann eine Person zum Vorlesen (Mutter, Vater, Großelternteil, Vorlesepaten) eingeladen werden. Während die Kinder an ihren Plätzen essen, werden interessante Geschichten vorgelesen. Den Abschluss des Lesefrühstücks bildet die Übergabe der Lesestart-Sets an die Kinder, die sich das Buch dann in Ruhe anschauen können. Dabei kann die Lehrkraft die Kinder darauf hinweisen, das Set zu Hause gemeinsam mit den Eltern anzuschauen.

  • In vielen Klassenräumen gibt es eine Leseecke mit Sitzgelegenheiten und Regalen für Bücher und Spiele. Die Leseecke eignet sich optimal als Rückzugsort für ruhige Phasen und damit auch für Schmöker- bzw. Lesestunden in der Klasse. Neben einer Auswahl an altersgerechten Büchern (Bilder-, Sach- und Vorlesebücher) wecken auch Comics und Kinderzeitschriften die Neugierde der Kinder auf die Welt der Bilder und Buchstaben. Die „Eröffnung“ der Leseecke für die Klasse als besonderes Event (evtl. mit kleinen Aufgaben, Rätseln, Überraschungskiste, Spielen) kann wunderbar mit der Set-Übergabe kombiniert werden.

  • Vorlesen ist ein zentraler Baustein in der Leseförderung. Vorlesestunden, die ergänzend zum Unterricht in der Klasse stattfinden, sorgen bei den Kindern für Spaß an Geschichten und Erzählungen und motivieren sie zum eigenständigen Lesen. Sie sorgen für ein gemeinschaftliches Wohlgefühl und stärken den sozialen Klassenverband. Daher sind möglichst regelmäßige Vorlesestunden an einem festen Tag in der Woche ideal. Bei der Auswahl der Geschichten sollten die Interessen der Kinder im Mittelpunkt stehen. Ideal ist es, wenn Sie eine Person finden, die ehrenamtlich regelmäßig jede Woche vorlesen kann. Nach der ersten Vorlesestunde kann der/die Vorleser/in abschließend die Sets „feierlich“ den Erstklässlern überreichen.

  • Wenn Ihre Schule über eine Schulbibliothek verfügt, bietet sich dieser Raum für Leseförderprojekte geradezu an. Dort erleben die Schüler eine Leseumgebung, die nicht ausschließlich mit schulischer Leistung in Zusammenhang gebracht wird: Die Kinder suchen sich ihre bevorzugten Bücher aus und verbinden Bücherbetrachten und Lesen mit Spaß und Unterhaltung. Die Schulbibliothek kann für den ersten Klassenbesuch „vorbereitet“ werden: z. B. mit einer speziellen Ecke mit Büchern, die besonders für Erstklässlerinnen und Erstklässler geeignet sind, mit einer kleinen Rallye zur Orientierung oder einer „Bücher-Wunschliste“, die von den Kindern ausgefüllt werden kann. Nach dem Erkunden der Schulbibliothek ist die Set-Übergabe ein passender Abschluss.

  • Auch ein Besuch der örtlichen Bibliothek bietet möglicherweise einen passenden Rahmen für die Set-Übergabe. Mit einem kleinen Programm in der Bibliothek (Einführung, Suchspiel, kurze Vorleseeinheit oder Schmökerzeit) bekommen die Schülerinnen und Schüler abschließend ihr persönliches Lesestart-Set „überreicht“. Da viele Bibliotheken an Lesestart-Phase II (Übergabe der Sets an Dreijährige in den Bibliotheken) teilgenommen haben, werden die Bibliotheksfachkräfte sicher gerne gemeinsam mit Ihnen planen, wie ein erster Bibliotheksbesuch gestaltet werden kann. 
    Weitere zahlreiche Ideen, Tipps und Anregungen zur Übergabe der Lesestart-Sets an die Kinder stellen wir Ihnen unter www.lesestart.de/grundschulen/begleitmaterial/ als Download zur Verfügung.

  • Das Lesestart-Programm eignet sich hervorragend, um Netzwerkpartner wie Bibliotheken und Horte für gemeinsame Leseaktionen einzuladen. Als Kooperationspartner bieten sich z. B. örtliche Bibliotheken an, die vielfältige Angebote wie Einführungen in die Bibliothek mit Spielen und Suchaufgaben, Bilderbuchkinos, Vorlese- und/oder Bastelaktionen, thematische Medienkisten zum Ausleihen oder Autorenlesungen vorhalten. Ältere Hortkinder können Erstklässlerinnen und Erstklässlern aus Vorlese-Geschichten, Sachbüchern, Comics oder Kinderzeitschriften vorlesen und wecken bei den Jüngeren spielerisch das Interesse am Lesen lernen. Auch ältere Personen sind evtl. bereit, in der Klasse regelmäßig vorzulesen. Mit Gruppen/Vereinen verschiedener Kulturen lassen sich interessante Lesebegegnungen rund um den Globus und in verschiedenen Sprachen planen. 

Lesestart-Leitfaden für Grundschullehrkräfte

Lesestart-Hotline:

Für Ihre Fragen zu Lesestart stehen Ihnen unsere Kolleginnen und Kollegen von der Lesestart-Hotline montags bis freitags von 8:30 bis 17 Uhr zur Verfügung. Schreiben Sie uns eine E-Mail oder rufen Sie uns an: 0800 - 3103103.